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Bikewoche in Ehrwald

Normale Menschen lassen sich Anfang September am Mittelmeer noch die Sonne auf den Pelz brennen und bewegen sich höchstens zur Hotelbar und wieder zurück. Nicht so die Mountainbiker. Die stehen nach 1000 Höhenmetern Aufstieg auf dem Marienberger Joch im Schnee und sind nicht minder zufrieden…

Aber von Anfang an:
Samstag: Ankunft im Hotel Ehrwalderhof. Es regnet, an Biken ist nicht zu denken und kalt ist es obendrein. Sonntag: es regnet wieder. Wandern ist angesagt, Hauptsache Bewegung. Montag: beim Frühstück regnet es immer noch, aber weniger. Ein Teil von uns geht wieder wandern, der andere Teil schöpft Hoffnung, geht biken und bleibt sogar trocken. Dienstag: die Wetterprognose macht Hoffnung. Wir buchen eine geführte Tour mit Frauenliebling Markus. Zumindest den Frauen machen die wieder einsetzenden, kurzen Schauer nichts mehr aus. Markus führt uns über Panoramawege, den Wachtensteig und an kleinen Seen vorbei zum Marienberg. Den fahren wir bis fast zur Schneegrenze hoch, um dann über eine Skipiste hinunter zu einer Einkehr zu gelangen. Anschließend geht´s über malerische Wege wieder zurück. Mittwoch: endlich lässt sich die Sonne blicken und die Berge sehen wir auch. Ganz schön steil … Einige radeln auf eigene Faust los, die anderen lassen sich wieder führen. Die Frauen heften sich natürlich wieder Markus an die Stollen. Klaus und ich werden Georg zugeteilt. Dieser lässt es von Anfang an krachen. Über verschiedene Trails gelangen wir zum Römerweg. Hier sieht man noch, wie die Römer mit ihren stahlbereiften Mountainbikes und Pferdefuhrwerken tiefe Spuren in den Felsenweg gefahren haben. Ab Nassereith geht es 1000hm am Stück hoch auf das Marienberger Joch. Anfangs geteert und steil, dann loser Schotter und noch steiler. Kräfte einteilen ist angesagt, abgestiegen wird nicht! Oben liegt noch Schnee. Nach einer kurzen Pause geht´s wieder abwärts. Georg kennt natürlich den direkten Weg nach unten, d.h.  Singletrails wie aus dem Bilderbuch. Zum Glück sehen unsere Frauen nicht was wir da tun…

Donnerstag: Sonne! Unsere Mädels drängen wieder zu Markus, die Jungs verteilen sich auf verschiedene Gruppen. Heute steht die Schlösserrunde auf dem Programm. Über Heiterwang geht’s zu den Königsschlössern. Dabei wird natürlich kein möglicher Trail ausgelassen. Beim Parkplatz vom Schloss Neuschwanstein ist Schluss mit lustig: Es geht wieder bergauf. Bis zur Marienbrücke müssen wir einen steilen Japanerslalom bewältigen. Nach einem kurzen Blick auf das eingerüstete Königsschloss geht’s dann weiter auf den Säuling. Der Berg macht seinem Namen alle Ehre, er ist einfach sausteil. Die Waden werden einem Härtetest unterzogen. Oben angekommen, können wir uns in einer Almwirtschaft stärken. Das ist auch bitter nötig, denn die anschließende Abfahrt über den Jägersteig ist das härteste was wir je gefahren sind. Eine extrem lange, steile, ausgewaschene und verblockte Felskante am Steilhang. Zum Glück sehen unsere Frauen nicht was wir da tun…

Bei Lähn präsentiert uns Georg noch das Dessert der Tour: Er führt uns über die Mountainbike Weltcuppiste zurück. Normalerweise sollte man sich abseilen. Wir dürfen die extrem steile Piste, gespickt mit Wurzeln, Steinen und Spitzkehren fahren. Das Hasenhorn in Todtnau ist ein Spielplatz dagegen. Zum Glück sehen unsere Frauen nicht was wir da tun…

Den letzten Tag, lassen wir etwas ruhiger angehen. Wir machen eine gemeinsame Tour. Über die Hochthörlehütte und den Eibseeblick  geht’s zum Eibsee. Nachdem wir uns dort im Seerestaurant für viel Geld mit wenig Suppe gestärkt haben, fahren wir um den Eibsee über einige Trails ins Loisachtal und über eine Bikeautobahn gemütlich wieder zurück nach Ehrwald.